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Zürcher SVP lädt zu „Jubiläumsparty“ im Bolero Club in Winterthur

Die Schweizerische Volkspartei (SVP) des Kantons Zürich will am Freitag, den 17. März, eine Jubiläumsparty schmeissen und lädt dafür ihre Anhängerschaft in den Bolero Club in Winterthur. Doch die Partyeinladung sollte geheim bleiben, der Anlass steht nur geladenen Gästen offen. Was haben die ach so „volksnahen“ Rassist*innen wohl zu verbergen?

„Ein spannendes Musik-, Licht- und Showprogramm“ soll die SVP-Anhänger*innen erwarten. So heisst es in der Partyeinladung, die eigentlich nicht an die Öffentlichkeit hätte gelangen sollen, nun aber der Antifaschistischen Koordination Winterthur (AKW) vorliegt. „Eine einmalige Party, welche besonders für Junge und Junggebliebene organisiert wird“, soll es werden. Dafür hat die Millionärspartei den Bolero Club (Motto: „Residency of beautiful people“) unweit vom Winterthurer Bahnhof gemietet. Ein überteuerter Möchtegern-Edel-Club also, der von allen Winterthurer*innen guten Geschmacks tunlichst gemieden wird, aber den trotzdem jede*r irgendwie kennt, weil man sich einmal im Suff dahin verirrte und dann Stress mit den Testosteron-Überdosierten von der Tür hatte. Zu einer Partei wie der SVP passt dieser Saftladen natürlich bestens.

Für Stimmung in der geschlossenen Gesellschaft sorgt von 20 Uhr bis 4 Uhr morgens der Alt-DJ Urs Diethelm. Dieser beschreibt sich als Musikallrounder für „Firmenanlässe, Hochzeiten und Geburtstage“ und rühmt sich „noch jede Party zum Kochen gebracht“ zu haben. Die Geheimeinladung verspricht sogar „die grössten Hits der letzten Jahrzehnte“. Ein Jammer, dass wir nicht zum Tanz gebeten wurden!

100“ Jahre SVP? – 100 Jahre Scheissverein!

Hintergrund der Patrioten-Party ist die für Sonntag (19.3.) vorgesehene Jubiläumsfeier im Zürcher Kongresshaus, wo die Zürcher Sektion der rassistischen und erzreaktionären Partei ihren angeblichen 100. Geburtstag feiern will. Tatsächlich ist SVP im engeren Sinne erst mit der fremdenfeindlichen Welle der 1970er Jahre entstanden. Es war die Bauernpartei, die 1917 gegründet wurde. Aus dieser wurde Mitte der 1930er Jahre die Bauern- Gewerbe- und Bürgerpartei und erst daraus 1971 die SVP.

Ohnehin wäre zu fragen, was diese Leute eigentlich feiern wollen. Ihr fragwürdiger Geschmack auf kulturellem Gebiet (siehe Party) erstreckt sich seit hundert Jahren auch auf das politische Parkett. Die SVP (bzw. ihre Vorläuferparteien) steht seit Anbeginn für die Privilegien der Reichen und die Unterdrückung der Arbeiter*innenklasse. Sie bekämpfte noch jeden sozialen Fortschritt, das Frauenstimmrecht war ihr ein Graus und die organisierte Arbeiter*innenbewegung fürchtet(e) sie mehr als alles andere. Deshalb schürt die Partei seit jeher Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Rassismus und trampelt mit Vorliebe auf den verletzlichsten Menschen der Gesellschaft herum. Und wenn ein Lukas Reimann oder ein Oskar Freysinger heute mit faschistoiden Parteien wie der Alternative für Deutschland gemeinsame Sache machen, hat auch das Tradition. Bereits in den 1930er Jahren paktierte die Zürcher Bauernpartei mit den Schweizer Hitlerverehrern von der Nationalen Front.

Warum aber lädt die angebliche „Volkspartei“ nicht zu einem öffentlichen Fest für alle? Warum versucht sie sich im Bolero zu verstecken wie ein Verein von Erdogan-Fans auf Stimmenfang? Ist es die Scham wegen der langweiligen „Party“? Oder vertritt die Partei schlicht Positionen, für die sich nur eine verschwindend kleine Minderheit öffentlich zu stehen traut? Eines steht jedenfalls fest: So feiern nur Verlierer!

Gespannt auf den Abend sowie auf Antworten wartet und grüsst herzlich

Eure

Antifaschistische Koordination Winterthur (AKW)

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