Fidel - Ein Stimmungsbericht aus Havanna

KUBA Fidel Castro ist am Freitag, 26. November, gestorben. Ein Genosse, der in Kuba lebt, berichtet von der Stimmung im Land.

(agj) Die Nachricht kam in den frühen Morgenstunden und wurde von seinem Bruder Raul Castro verkündet: Comandante Fidel ist gestorben. Raul schloss mit den Worten: Hasta la victoria siempre!

Fidel wird ewig in Kuba präsent sein. Seine sozialistisch revolutionären Ideen leben in Millionen von KubanerInnen weiter. Als ich am frühen Morgen durch die Strassen Havannas laufe, ist die Bedrücktheit spürbar. In vielen der kleinen privaten Restaurants und Cafeterias hängen Bilder von Fidel oder kubanische Flaggen mit schwarzen Trauerschleifen. Auf einer Tafel eines Restaurants steht gross mit Kreide geschrieben: "Por siempre Fidel" - Für immer Fidel.

Im Stadtteil Vedado versammeln sich Jugendliche, die spontan durch die Strassen laufen und damit die Unterstützung seiner Ideen zum Ausdruck bringen. Alle kubanischen Flaggen sind auf Halbmast und auf dem Plaza de la Revolucion starten die Aufbauarbeiten für die grosse Massenveranstaltung, die am kommenden Dienstag stattfinden wird. Es gelten neun Tage Staatstrauer. Am 4. Dezember wird eine Karawane mit der Asche Fidels in Santiago de Cuba eintreffen, nachdem sie fünf Tage früher in Havanna startet. Dort findet die Beisetzung statt.

Bis zum 29.11. können alle KubanerInnen ihre Unterschrift zur Unterstützung des Sozialismus abgeben. Dieser demokratische Akt war 2001 eine Idee von Fidel Castro und Millionen in Kuba haben unterschrieben. Zu seinen Ehren wird dies nun wiederholt.

Als ich im zentralen Park in Habana Vieja eintreffe, gerate ich an einen kleinen Tumult. Rund drei Dutzend Personen stehen um einen Zeitungsverkäufer und bieten bis zu 3 CUC (3 USD) für die aktuelle Tageszeitung, die regulär rund 1 Cent kostet. Jeder, der die Zeitung nicht abonniert hat, möchte nun unbedingt ein Exemplar. An verschiedenen Orten in der Stadt halten Personen Bilder von Fidel hoch. Immer wieder sieht man vor allem Jugendliche mit T-Shirts zur Unterstützung der Revolution oder mit dem Antlitz von Fidel.

Auf der grossen Treppe der Universität halten StudentInnen eine Mahnwache. Sie stehen auf der Treppe, halten zusammen eine rote Flagge und verschiedene Bilder von Fidel, ohne dabei etwas zu sagen. Man sagt mir, dass es eine spontane Aktion der StudentInnen sei. Alle halbe Stunde kommen andere StudentInnen zur Ablösung. Es ist ein eindrückliches Bild, das mich sehr bewegt. Viele Menschen bleiben stehen und schauen zu den StudentInnen auf der Treppe hoch. Es ist sehr still und man kann die Trauer fühlen. In der sonst sehr lauten und lebendigen Stadt, in der aus den Autos und Häusern normalerweise laute Musik dröhnt, ist es ungewöhnlich ruhig. Es ist erst der Anfang der Staatstrauer, die am Dienstag an der Massenversammlung in Havanna ihren Höhepunkt erreichen wird.

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Universität Havanna am 26. November 2016

Verlogene Sonntagspredigten zum Fall Roman Burger

Es ist das Neujahr in Köln im Kleinen. Das Aushängeschild der UNIA, Roman Burger, hat sich der sexuellen Belästigung schuldig gemacht und die verlogensten Blätter der Schweiz schwingen sich zu Beschützern der „Frau am Arbeitsplatz“ auf. Wir wagen zu behaupten, dass sie auf Burger schiessen, aber die ArbeiterInnenbewegung meinen.

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Indien: Millionen streiken, niemand berichtet

5 Zugverkehr wird lahmgelegtAm 2. September 2016 hat der "All India Strike" erfolgreich stattgefunden, ein Streik, der von allen indischen Gewerkschaften und Angestelltenverbänden unterstützt wurde. Zum eintägigen Generalstreik erwarteten die Organisierenden 150 Millionen Beteiligte, das erklärte Ziel war es, den grössten koordinierten Streik der Weltgeschichte durchzuführen. Dieses Ziel haben sie zweifelsfrei erreicht. Wie viele tatsächlich teilnahmen, lässt sich zwar nicht abschätzen, die Gewerkschaften sagen, es seinen 180 Millionen gewesen, aber sicher ist: es waren unfassbar viele!

Der Generalstreik richtet sich gegen die Sparpolitik und die unternehmerfreundlichen Wirtschaftsreformen der BJP-Regierung sowie gegen Privatisierungen und Betriebsschliessungen. Aber auch für einen besseren Minimallohn und für die Organisationsfreiheit. Die Verteidigung ihrer von Repression betroffenen Mitglieder war für die Gewerkschaften auch ein gewichtiger Grund, den Generalstreik auszurufen.

Je nach Bundesstaat und Industriezweig wurde der Streik verschieden befolgt, Kerala und Karnataka, Odisha im Osten und Haryana und Pundschab im Norden waren weitgehend lahmgelegt. Grosse Demonstrationen gab es in Chennai und Visakhapatnam in Südindien, in der Hauptstadt Neu-Delhi und im östlichen Bundesstaat Westbengalen.

Staatliche Angestellte wurden mit Entlassung bedroht, streikten aber trotzdem. In Deli wurden 20'000 PflegerInnen von der Polizei präventiv festgesetzt. Das Spitalpersonal wurde genötigt, den Streik abzusagen und dafür erhielten sie Verhandlungszusagen. in einigen Städten wurden von der Regierung Antistreikdemonstrationen unterstützt und Schlägereien angeheizt, zahlreiche DemonstrantInnen wurden verhaftet.

Über den Effekt des Generalstreiks lässt sich im Moment nichts sagen, an der Organisierung waren auch rechte Verbände beteiligt und viele, die auf Reformen abzielen, um zu befrieden. Doch ist der indischen ArbeiterInnenklasse mit dem "All India Strike" eine Machtdemonstration gelungen, sie hat gezeigt, wozu sie fähig sein kann und das ist gut. Es stärkt die Klasse und sendet der Bourgeoisie ein klares Signal.

7 Diesel soll 15 teurer werden3 Tamil Nadu6 Rikschafahrer streiken

Rechtsextreme in der Region Basel

Rechtsextreme versuchen öfter, sich die Strasse zu nehmen. Der Widerstand formiert sich.

Ein „Tag der europäischen Völker“ soll es werden, am 24. September. Da schaudert es einen schon beim Namen. Erst recht, wenn ein genauerer Blick auf die Menschen geworfen wird, die dahinter stehen: es sind nicht die klein- und wutbürgerlichen Mittvierziger, die sich auf der Strasse besammeln, um mit „Pegida“ ihre Angst vor allem Fremden und ihren Hass gegen alles Andersartige zu manifestieren, sondern eine tiefbraune Suppe von Rechtsextremen.

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Erlebnisbericht zum Antifa-Demo in Arth-Goldau

Am Samstag, 6. August, rief ein überregionales antifaschistisches Bündnis zu einer „bunten und selbstbestimmten Demo“ gegen rechte Hetze und faschistische Strukturen in Brunnen auf. Seit Jahren können sich Rechtsradikale und andere RassistInnen ungestört auf dem Rütli versammeln, ohne dabei auf entschlossene Gegenwehr zu stossen.

Regelmässig versammeln sich dort unter anderem Mitglieder der nationalsozialistischen Partei national orientierter Schweizer (PNOS). Dieser Tendenz und der weiteren Ausbreitung von rassistischem Gedankengut in der Region wollte man ein Ende setzen.

So machten sich ca. 50 AntifaschistInnen aus verschiedenen politischen Zusammenhängen auf den Weg nach Brunnen. Als man im dem Zug erfuhr, dass uns in Brunnen eine grosse Anzahl Polizisten erwartete, wurde die Entscheidung getroffen, schon in Arth Goldau auszusteigen und den Überraschungsfaktor auszunutzen. Lautstark nahmen wir uns die Strasse und skandierten Parolen gegen den Faschismus und gegen die anhaltende rechte Hetze. Einige PassantInnen und BewohnerInnen zeigten ihr Wohlwollen über die kleine aber lautstarke Demonstration und bekundeten durchaus Freude darüber, dass sich jemand dem rassistischen Konsens entgegenstellt.

Die Polizei kam erst nach ca. 20 Minuten in Arth Goldau an. Zwar versuchten sie sofort die Demo einzukesseln, dies gelang ihnen jedoch nicht. Ein Grossteil der Menschen konnten über Seitenstrassen entwischen. Einige erhielten dennoch Wegweisungen. Es war sicher nicht die grösste oder kräftigste antifaschistische Demonstration der letzten Jahre. Dennoch konnte trotz rassistischer Grundstimmung und Polizeiaufgebot, ein Zeichen gegen FaschistInnen und RassistInnen gesetzt werden, die in dieser Region völlig unbehelligt und unwidersprochen in der Öffentlichkeit auftreten.

Den Antifaschismus auf die Strasse zu tragen, ist gerade deshalb in dieser Region nicht einfach nur ein politisches Anliegen, sondern aktiver Widerstand gegen Faschismus und Rassismus der bitter nötig ist.

Aufbau Vertrieb

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RJZ & Rote Hilfe

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Weitere aktuelle Infos gibts auf der Seite der Revolutionären Jugend Zürich & auf dem Blog der Roten Hilfe

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Kommunistische Perspektive

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Kommunistische Perspektive. Eine Artikelserie zur Frage der kommunistischen Perspektive erschien in den Ausgaben Nr. 47, 48 und 49 der aufbau-Zeitung.

Ausgewählte Printartikel

Einige ausgewählte Artikel aus unserer Zeitung können wir euch auch hier online präsentieren. Ansonsten gibt es ein grosses Archiv mit Beiträgen bei Schattenblick.

Agenda

Do Apr 06 @19:00
ZH: Free Nekane Demo

Aufbau Zeitung

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Die offizielle Zeitung des revolutionären Aufbaus. Mehr Infos zur aktuellen und ein Archiv mit vergangenen Ausgaben gibt es hier. Zudem bieten wir verschiedene Texte, die nur online erschienen sind und eine kleine Auswahl von einzelnen Beiträgen aus der Printausgabe.