24stündige Streiks in Frankreich und Belgien. Protest gegen unsoziale Politik

In Frankreich und Belgien haben am Dienstag Streiks der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes einen Großteil der Betriebe lahmgelegt. Die Aktionen der Gewerkschaften richteten sich gegen die Kürzungspolitik der Regierungen in Paris und Brüssel.

In Frankreich hatten die Gewerkschaften erstmals seit zehn Jahren alle 5,4 Millionen Angestellten des öffentlichen Dienstes aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. Betroffen waren Post, Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Bibliotheken. Rund 30 Prozent der Flüge wurden gestrichen, auch im Eisenbahnverkehr kam es zu Beeinträchtigungen. Landesweit waren 130 Kundgebungen angemeldet worden, die größte sollte am Abend in Paris stattfinden.

Der Protest richtete sich gegen die geplante Streichung von 120.000 Stellen. Zudem will Präsident ­Emmanuel Macron die Gehälter einfrieren. Regierungssprecher Christophe Castaner sprach im Sender France 2 von einer »bedeutenden Mobilisierung«. Die Furcht der Gewerkschaften vor einer sinkenden Kaufkraft der Beamten sei aber unbegründet.

In Belgien hatten die sozialistischen Gewerkschaftsverbände CGSP und ACOD am Dienstag aus Anlass der jährlichen Regierungserklärung von Ministerpräsident Charles Michel einen 24stündigen landesweiten Streik organisiert. Nach Informationen des Belgischen Rundfunks (BRF) gab es vor allem in Brüssel, Liège (Lüttich), Mons und Tournai eine starke Beteiligung an dem Ausstand. In den Provinzen Lüttich und Hainaut (Hennegau) hätten Streikende Bahngleise blockiert, rund 40 Prozent der Zugverbindungen mussten nach Angaben des Eisenbahnunternehmens Infrabel gestrichen werden. In Brüssel sei der öffentliche Nahverkehr fast komplett lahmgelegt gewesen, so der BRF. Auf den Autobahnen staute sich der Verkehr auf einer Länge von 400 Kilometern.

Obwohl der Ausstand vor allem den öffentlichen Dienst betraf, folgten auch Beschäftigte der Privatwirtschaft dem Streikaufruf. So ruhte die Arbeit im Brüsseler Audi-Werk, vor der Fabrik standen Streikposten. (AFP/jW)

Junge Welt vom 11. Oktober 2017

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