am 10.12.18 per Mail eingegangen:

Aktion gegen das französische Konsulat in Zürich

In der Nacht vom 9.12. auf den 10.12. haben wir ein vor dem französischen Konsulat parkiertes DiplomatInnen-Auto abgefackelt und als Andenken eine gelbe Warnweste hinterlassen.  

Wir solidarisieren uns mit den sogenannten «Gelbwesten», die in ganz Frankreich und nun auch in Belgien und Holland auf die Strassen gehen gegen die weitere Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben.

Entzündet hat sich das Pulverfass Frankreich an einer Erhöhung der Steuer auf Treibstoff, die in erster Linie diejenigen trifft, die sich so oder so schon nichts leisten können. Die französische Bourgeoisie hat die Rechnung ohne diejenigen gemacht, die sie begleichen müssten. Um die «Wirtschaft» zu schonen oder im Klartext, um den Profit der Bonzen nicht zu schmälern, wurde das ganze als Steuer für die «Energiewende» zu verkaufen versucht, so dass die einzelnen Konzerne weiter machen können wie bisher.

Obwohl die neue Steuer, an der sich alles entzündete, vom Tisch ist, wird der Druck von der Strasse nicht kleiner. Längst sind die Forderungen allgemeiner geworden. Die Bewegung, wie die meisten sozialen Bewegungen, wird begleitet von teils klareren, teils diffuseren Forderungen. Der Klassenstandpunkt dieser Forderungen ist allerdings klar, es geht um die Politik Macrons im Sinne der Bourgeoisie und getragen wird die Bewegung von proletarischen Massen. Dass gerade Paris zum Zentrum der militanten Auseinandersetzungen geworden ist, zeigt ein weiteres Spannungsfeld, welches in der staatlichen Struktur Frankreichs angelegt ist. Paris als Hauptstadt repräsentiert die Macht in diesem Land, entsprechend zielten alle historischen Erfahrungen des Aufstands in Frankreich früher oder später immer auch auf diese Stadt.

Die Zielsetzung, in Paris den Élysee-Palast zu stürmen, zeigt, dass diese Bewegung unerschrocken bereit ist, die Machtfrage zu stellen. Die militanten Auseinandersetzungen gehen Hand in Hand mit den anderen Aktionsformen, die in ganz Frankreich Tag für Tag den Widerstand gegen diese Politik für die Reichen tragen. Seien dies nun Blockaden oder Streiks, es ist diese Mischung der Formen und das Zusammenkommen der Kämpfe, die den Mächtigen einen gehörigen Schrecken einjagen. Wir finden dies inspirierend und unterstützenswert. Es zeigt, wie schnell vermeintlich ruhige Phasen in Phasen der Aufruhr umschlagen können. In dieser breiten Bewegung gibt es Auseinandersetzungen über deren politische Ausrichtung, AntifaschistInnen warfen zum Beispiel gestern Samstag in Paris faschistische Kräfte aus der Mobilisierung raus. Wir denken, dass es in solchen Momenten des Aufbruchs darum geht, in diese hineinzugehen und darin zu lernen, weil solche Momente angesichts der Krisenhaftigkeit des Kapitalismus immer wieder aufbrechen werden und das Potential haben, das Bestehende zumindest ins Wanken zu bringen.  

Freiheit für die Tausenden in den letzten Wochen verhafteten Gilets Jaunes!

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