Wir sind heute in Zürich mit über hundert tausend Frauen und verschiedensten Aktionen auf die Strasse gegangen. Der kämpferische Frauen*streiktag zeigt, dass wir Frauen* die herrschenden Zustände nicht länger tragen. Wir stellen uns der patriarchalen Ordnung, dem Sexismus, der Ausbeutung und dem Krieg entgegen. Die kapitalistische Wirtschaft funktioniert ohne die von uns Frauen* geleistete Arbeit, die abgewertet oder unsichtbar gemacht wird, nicht. Mit diesem Bewusstsein organisierten sich verschiede Gruppen und Einzelfrauen* für einen antikapitalistischen, internationalistischen, kollektiven und organisierten Frauen*streiktag.

Der Morgen begann mit verschiedenen dezentralen Aktionen, so wurden beispielsweise am Kanzleiareal und dem Helvetiaplatz Transparente gehängt. Auch an einigen Spitälern wurden Transparente angebracht. Diese machten auf den zunehmenden Spardruck und die daraus resultierenden, miserablen Arbeitsbedingungen und dem Pflegenotstand aufmerksam.

Am Mittag startete unsere erste Mobilisierung des Tages. Zusammen mit dem Hochschulkollektiv und vielen interessierten Frauen* besammelten wir uns auf der Polyterrasse und zogen runter ans Central. Dort nahmen wir uns bunt und kämpferisch den Platz, der uns zusteht. Unsere Blockade legte die Stadt für mehr als eine Stunde lahm, denn es ist klar: „Wenn Frau* will, steht alles still!“. Es gab ein Mittagsbuffet aus Migroswägelis, Streikende führten Theater auf, malten noch die letzten Transparente für die Demo am Abend, liessen ein paar Spuren zurück und das alles wurde von einem Konzert mit tollen Musikerinnen* bespielt.

Danach zogen wir als kämpferische und laute Demo mit über 2‘000 Frauen* gemeinsam Richtung Kreis 4. Wir wählten unsere Route selbstbestimmt und gingen auch über die gentrifizierte, kapitalisierte Europaallee. Über die Langstrasse liefen wir zum BGZ Gefängnis wo wir an einer Aktion von Genossinnen* teilnahmen. Mit einer riesigen Menschenkette und einem ebenso langen Transparent um das Gefängnis ziegten wir unsere Solidarität mit den Frauen* in Gefängnissen. Diese Aktion steht im Zeichen der erneuten Verfolgung von Nekane. Nekane ist eine von uns!

Vom Helvetiaplatz aus gab es eine kleine Demo in Solidarität mit den kämpfenden Frauen* in Rojava und ganz Kurdistan. Zeitgleich übten wir direkte Solidarität mit den Arbeiter*innen im Detailhandel und bescherten im Migros Wengihof der Belegschaft eine kleine Streikpause. Mit Transparenten und Flugblättern machten wir auf die Arbeitsbedingungen in einem typischen Frauensektor aufmerksam.

Nach diesen Aktionen haben wir uns mit dem Zürcher Frauen*streikkollektiv und dem Gastro-Block zusammengeschlossen um gemeinsam, kämpferisch und laut an die Besammlung am Limmatquai zu ziehen. Auf dem Weg haben wir am HB Candrian Catering eine lautstarken Besuch abgestattet. Denn dieser Gastroriese besitzt das Monopol der Restaurants im HB und ist bekannt für seine miserablen Arbeitsbedingungen. Mit einem fliegenden Transparent und Klebern haben wir diese Machenschaften demaskiert.

Noch immer voller Tatendrang besammelten wir uns dann zur grossen Streikdemo. Die Stimmung war überwältigend. Es gab verschiedene Aktionen, zum Beispiel zur Situation im Gesundheitsbereich oder der unbezahlt geleisteten Reproduktionsarbeit. Es wurden laut Parolen gerufen.

Dieser Tag zeigt, wie stark wir Frauen* sind! Das reiht sich ein in Erfahrungen, die wir auch jedes Jahr am 25. November, dem 8. März und dem 1. Mai machen, wenn wir uns kollektiv organisieren und unseren Widerstand auf die Strasse tragen. Wir tun dies mit einer Perspektive für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg. Für eine Gesellschaft, in der Geschlechtergerechtigkeit herrscht. Nach dem Streik ist vor dem Streik! Heute ist nicht aller Tage, wir kommen wieder, keine Frage! Gemeinsam bauen wir Widerstand von unten!

Revolutionäres Frauenstreikkollektiv Zürich

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