(kopiert von barrikade.info)

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Wir haben am Abend des 14. Februar 21 das griechische Konsulat im Zürcher Seefeld mit Farbe beschmiert. Wir solidarisieren uns damit mit dem Hungerstreik des Genossen Dimitris Koufontinas. Dimitris war Militanter des 17. November und sitzt seit 2002 im Knast, nachdem die illegal agierende Organisation aufflog. Er streikt, um zu widerstehen.

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Die Geschichte Dimitris’ ist lang und beginnt mit dem studentischen Aufstand in Griechenland am 17. November 1973, als Studierende beim Polytechnikum zusammenkamen und dort von der damals herrschenden Militärdiktatur angegriffen wurden. Dieser Aufstand, diese Strassenschlachten stehen am Beginn der politischen Biographie von Dimitris.

Im allgemeinen Aufbruch der damaligen Jahre bewegten und formierten sich verschiedene Kräfte. Inspiration suchend in der Tradition der PartisanInnen, die nur wenige Jahrzehnte davor den deutschen Faschismus in Griechenland das Fürchten gelehrt hatten, gehörte die Organisation des 17. November zu einer jener Kräfte, die sich damals im Kampf gegen die inländische Bourgeoisie und die im Land vertretenen imperialistischen Mächte konstituierte. Die Interventionen des 17. November richteten sich entsprechend dieser zwei hauptsächlichen Stossrichtungen - Angriffe gegen griechische Grossindustrielle, Reederei-Familien und ihren Staat reihten sich an jene gegen die Präsenz der NATO, USA und Grossbritanniens.

2002 endete diese Episode des Kampfes nach einer fehlgeschlagenen direkten Aktion, die zur Aufdeckung der illegalen Infrastruktur und der Verhaftung von Mitgliedern des 17. Novembers führte. Im Vorfeld hatten Geheimdienste aus den USA und Grossbritannien die griechischen Behörden bei ihrer Fahndung nach den GenossInnen des 17. November entscheidend unterstützt - dergestalt stark war der Eindruck, welcher ihre Aktionen bei den Herrschenden hinterliessen. Dimitris wurde in dieser ersten Repressionswelle nicht geschnappt, doch stellte er sich später den Häschern der Justiz, um die Geschichte des 17. November politisch vor den medialen Angriffen der Konterrevolution zu verteidigen.

Seit 2002 sitzt Dimitris im Knast. Sein Urteil lautet auf mehrfach lebenslang. Er ist ein wichtiger Bezugspunkt der antagonistischen Bewegung in Griechenland, da die Geschichte der Organisation, die er repräsentiert, eine des ungebrochenen und kühnen Widerstands gegen die herrschenden kapitalistischen Verhältnisse ist. Er symbolisiert das und tritt den Schergen des Staats mit erhobenem, stolzen Haupt entgegen.

Auslöser für den Hungerstreik ist die Anweisung der herrschenden Nea Dimokratia unter Mitsotakis - die sich allgemein damit einen Namen macht, hart gegen die revolutionäre Linke im Land vorzugehen -, Dimitris in einen Knast mit harten Isolationsbedingungen zu verlegen. Es ist ein Angriff, der auf ihn und all jene zugeschnitten ist, die sich der Beugung widersetzen. Darum ist er in den Hungerstreik getreten, um mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln in aller Klarheit und mit aller Schärfe diesem Angriff zu widerstehen.

Die Kräfteverhältnisse sind nicht so, dass der Kampf zur Unterstützung Dimitris’ einfach wäre. Er selber ist nach mehr als einem Monat Hungerstreik geschwächt und die Regierung kündigt an, ihn notfalls durch Zwang zu ernähren - der vollständige Zugriff des Staates auf den Bereich der letzten Autonomie eines inhaftierten, aber freien Menschens. Doch Dimitris’ Kampf strahlt aus - in den griechischen Knästen unterstützen inhaftierte anarchistische GenossInnen seine Forderung, aus türkischen Knästen kommen solidarische Botschaften von jenen Gefangenen der türkisch-kurdisch revolutionären Linken, die sich teilweise selber im Hungerstreik gegen den AKP-MHP-Faschismus befinden, auf den Strassen von Athen über Berlin bis Haifa tauchen Solidaritätsnachrichten auf und werden direkte Aktionen umgesetzt, um auszudrücken: Dimitris ist nicht alleine, wir stehen an seiner Seite, unterstützen seine Forderungen und wertschätzen das Signal seines, ihres, unseres Kampfes.

Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Solidarität mit Dimitris Koufontinas & allen anderen inhaftierten RevolutionärInnen weltweit!

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