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Wir haben heute in der Nacht auf den internationalen Frauenkampftag am 8. März den Eingangsbereich von Tele Züri verschönert.

Dieses Jahr sind in der Schweiz bereits 6 Frauen durch ihren Partner oder einem männlichen Verwandten ermordet worden. Wenn lokale Medien, so auch Tele Züri, davon berichten, lesen wir von Beziehungsdramen,Familientragödien etc. Sie verkaufen das Tötungsdelikt, den Mord an einer Frau, als Drama. Damit wird einerseits verschleiert, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt und zweitens wird dadurch suggeriert, dass die Frau eine gewisse Mitschuld an ihrem Tod oder an der gegen sie gerichteten Gewalt hat. Es wird durch eine solche Berichterstattung den Eindruck erweckt, dass solche Morde im innersten Kreis stattfinden und daher kein gesellschaftlicher Bezug hergestellt. Zum Schluss hin werden jeweils besorgte Bekannte des Täters interviewt, welche sich schockiert und überrascht der Tat gegenüber positionieren.

Gerade wenn es sich bei der Frau und/oder dem Täter um Personen mit Migrationshintergrund handelt wird die Ursache in einer anderen Kultur gesucht und die Schuld weit weg von strukturellen Gegebenheiten geschoben. Dies obschon Femizide hier überwiegend in «Schweizer Haushalten» geschehen. Solche Statistiken und damit die Thematisierung von Femiziden wird in der Berichterstattung der Medien aber vergebens gesucht.

Stattdessen werden sogar rassistisch begründete Motive als Erklärungsversuche bevorzugt und gesucht anstatt anzuerkennen, dass es sich bei Femiziden um einen Ausdruck von patriarchalen Strukturen beziehungsweise patriarchaler Gewalt innerhalb unserer Gesellschaft handelt. Dazu gehört auch sexualisierte und häusliche Gewalt, welche gerade zu Zeiten der Corona-Pandemie nochmals zugenommen haben.

Diese strukturelle Gewalt an Frauen beschränkt sich aber nicht auf die Schweiz. Gerade wenn wir auf andere Teile der Welt blicken wird deutlich, warum diese Verschleierung und Verleugnung von systematisch bedingten Femiziden so gefährlich ist und wir diese Haltung kritisieren und angreifen müssen. So setzt beispielsweise der faschistische türkische Staat Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe ein. Bei seinem Versuch, in Rojava einzufallen und im Gebiet wieder Fuss zu fassen wurden hunderte Frauen verschleppt, vergewaltigt und verkauft, viele auch getötet. Bis heute sind hunderte Frauen noch vermisst. Solche Angriffe dienen systematisch im Krieg. Durch diese Gewalt an Frauen wird auch eine kulturelle Spaltung des Feindes provoziert. Einerseits sind solche Übergriffe unglaublich entwürdigend für die Frauen. Hinzu kommt, dass viele Frauen aufgrund des Übergriffes später von ihrer Familie nicht mehr zurückgenommen beziehungsweise verstossen werden. Dies bedeutet, dass diese Gewalt ganze Familien auseinanderreisst und jene nicht mehr in ihrem gewohnten Alltag funktionieren kann. Unter Umständen lassen solche Gewalttaten auch eine Generation traumatisierter Kinder zurück. Genau mit diesem Wissen agiert der türkische Faschismus in Rojava und die Welt schaut zu.

Egal ob in Rojava, der Schweiz oder sonst wo auf der Welt, solche Morde geschehen immer aufgrund tief verankerter patriarchaler Strukturen, sie sind niemals einfach tragische Einzelfälle! In welcher Form auch immer Frauen Gewalt erfahren, sie ist immer ein Versuch der Machtausübung über sie aufgrund ihres Geschlechts.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch überall auf der Welt, dass sich Frauen gegen diese patriarchale Gewalt stellen und gemeinsam gegen diese kämpfen und ihre Wut selbstbestimmt auf die Strasse tragen. Unser Widerstand und unsere Bewegung wird so lange kämpfen bis alle Frauen frei sind!

Frauen die kämpfen sind Frauen die leben!

 

Angriff gegen Telezüri und seine patriarchalen Berichterstattung über Femizide from rosa1917 on Vimeo.

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