ZH: Farbe gegen brasilianisches Konsulat

kopiert von: https://barrikade.info/article/2639

Wir haben am 22.September als militanter Beitrag zu Klima-Aktions-Woche das Brasilianische Konsulat in Zürich mit Farbflaschen angegriffen.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro lässt den Amazonas-Regenwald brennen.
Seit seinem Amtsantritt haben sich die Waldbrände in Brasilien vervielfacht – ebenso wie andere Umwelt-Zerstörungen. Dies hat Gründe. Ein grosser Teil der aktuellen Brände wurde beispielsweise von Grossgrund-BesitzerInnen organisiert gelegt. Sie fühlten sich duch Bolsonaros Lockerung der Umweltpolitik ermutigt und riefen einen „Tag des Feuers“ aus, um Wälder an verschiedenen Orten gleichzeitig anzuzünden. Dies ist ganz im Sinne der Regierung Brasiliens, die den Amazonas vor allem als brach liegendende Wirtschaftsregion betrachtet. Durch die Brandrodungen wird der Regenwald für neue Landwirtschaftsflächen oder Bergbau-Gebiete frei gegeben. Das Land der grossteils indigenen KleinbäuerInnen wird nach den Bränden legal oder illegal von GrossgrundbesitzerInnen besetzt und (para-)militärisch verteidigt. Das Kapital profitiert, während Mensch und Natur unter den Folgen zu leiden haben.

Bolsonaro, das Wunschkind der Märkte und der Zerstörer der Natur
Unterdessen haben zahlreiche imperialistische Staaten und deren Grosskonzerne Bolsonaro für seinen passiven Umgang mit den Waldbränden kritisiert. Doch dies ist mehr als scheinheilig. Schon zu Beginn stand man hinter dem Präsidenten Brasiliens, vor allem von Seiten der Witschaft gab es da wie dort nur lobende Worte. Als Bolsonaro gewählt wurde, meinte zum Beispiel der Finanzchef des Zürcher Flughafens: „Die Wahl Bolsonaros ist mit Blick auf die Privatisierungen für uns eher positiv.“ Die Deusche Bank twitterte frohlockend, dass der neoliberale Bolsonaro „der Wunschkandidat der Märkte“ sei. Auch der Leiter der Südamerika-Abteilung des Schweizer Rüstungskonzerns RUAG fand nur lobende Worte für Bolsonaro. All diese Lorbeeren kommen nicht von nichts: Das Kapital profitiert von dem von Bolsonaro forcierten neoliberalen Umbau und seiner faschistoiden Politik, mit welcher er diesen vorantreibt. Dagegen ist die gegenwärtige Kritik der imperialistischen Regierungen nichts als leere Hülle: Die am lautesten schreienden Staatchefs sind keinen Deut besser. Frankreich beispielsweise bewilligt immer wieder neue Goldminen im Regenwaldgebiet von Guyana. Deutsche Unternehmen beteiligen sich seit Jahrzehnten intensiv am Abbau von Rohstoffen im Regenwaldgebiet. Und auch die Schweiz beheimatet zahlreiche Agrar-Konzerne und Rohstoffhändler, die an der Naturzerstörung in Brasilien ganz direkt und im grossen Stil verdienen. Kein Wunder setzt sich die Schweizer Regierung weiterhin für ein Freihandelsabkommen mit Brasilien ein und beteiligt sich damit aktiv an der intensivierten Ausbeutung, sowohl von der Natur als auch von den Menschen.

Widerstand gegen die kapitalistische Umweltzerstörung
Bolsonaro und seine Clique ist aber nur die eine Seite der brasilianischen Realität. Auf der anderen Seite steht der Widerstand der Menschen, die in zahlreichen Regionen zu Tausenden auf die Strasse gehen. Sie wehren und organisieren sich gegen Raubbau, gegen die Naturausbeutung, gegen den Grossgrundbesitz, gegen die neoliberalen Sparmassnahmen und nicht zuletzt gegen die rassistische und queerfeindliche Politik Bolsonaros. Wir unterstützen diese Menschen, indem wir auch hier Druck aufbauen, kapitalistische Verbindungen und Strukturen sichtbar machen und Akteure angreifen. Wir unterstützen die Bewegung in Brasilien von hier aus am meisten, indem wir selbst aktiv werden und kämpfen. Nur die Überwindung des Kapitalismus wird eine ökologische und emanzipatorische Zukunft ermöglichen.

Kapitalismus und Umweltschutz, das verträgt sich nie!

Brecht die Macht der Banken und Konzerne – Kein Vertrauen in den Staat des Kapitals und seine Politik!

Hoch die internationale Solidarität!

Winti: Aktion gegen Köppel

am 15.9.19 per Mail eingegangen:

Communiqué 15.9.

Nachdem uns der Marsch für's Läbe schon gehörig aufgeheizt hatte, haben wir in der Nacht auf Sonntag noch den Konferenzsaal des Hotels Wartmann in Winterthur verschönert. Dieses hatte nämlich heute Sonntag Roger Köppel und seine Gefolgschaft zu Gast, und wie auch schon gestern in Zürich heisst es auch heute in Winterthur: Kein Fussbreit den menschenverachtenden Christenfundis, und auch kein Fussbreit der menschenverachtenden Rechten. SVP-Superstar Roger Köppel, der seinen Wahlkampf auf Kosten von Minderheiten und auf Kosten des Klimas (und somit unserer Zukunft) betreibt, soll sich wenigstens etwas unwohl fühlen, wenn er den Konferenzsaal mit zugeschmierten Fenstern betritt. Als Chefredaktor der Weltwoche trägt Köppel massgeblich zu einer hetzerischen Stimmung in der Schweizer Medien- und Politlandschaft bei, und tätigt Aussagen, die wir an dieser Stelle nicht einmal wiederholen möchten! Als Leugner des Klimawandels, Frauenverachter und Rassist hat Köppel weder hier noch anderswo was zu melden! Hier haben wir deshalb einen kleinen Angriff gestartet und hoffen, dass ihm auch im Rest der Schweiz gezeigt wird, was wir von ihm und seinen Anhängern halten. Rechte Hetzer können und sollen angegriffen werden, und da wir uns in unserem politischen System von Wahlen nicht viel erhoffen, haben wir Köppel unsere Meinung halt auf anderem Weg Kundgetan.

In diesem Sinne - Köppel, verpiss dich! Wir wollen dich und deinesgleichen weder hier noch sonstwo reden hören!

Einige Winterthurer Antifaschist*innen

Communiqué des Bündnisses für ein selbstbestimmtes Leben

Etwa 1800 Aktivist*innen haben sich heute im Zürcher Kreis 5 versammelt, um sich der reaktionären Hetze der christlichen Rechten entgegenzustellen. Mit verschiedenen Demonstrationen, Aktionen und vor allem lautstark haben wir das Recht auf Abtreibung und ein selbstbestimmtes Leben und eine freie Sexualität verteidigt.

Uns und unzähligen Passant*innen und Anwohner*innen ist es wichtig, für das hart erkämpfte Frauenrecht auf Abtreibung einzustehen. Wir wollen selber entscheiden, ob, wann und mit wem wir Kinder haben und wie wir leben.

So konnten wir den Aufmarsch der christlichen Rechten durchs Quartier verzögern und behindern. Die Demonstrationsroute des "Marsch fürs Läbe" beschränkte sich deswegen auf eine kurze Runde durch einige menschenleere Durchgangsstrassen um den Escher-Wyss-Platz herum. An einem Gebäude am Turbinenplatz, dem Kundgebungsort der Rechten, hing ein riesiges, unübersehbares Transparent mit der Aufschrift "’Pro Life’ is a lie – you don’t care if women die".

Es hat sich gezeigt, dass rechte Aufmärsche nicht hingenommen werden müssen, und dass wir uns mit direkten Aktionen und vielfältigen Formen erfolgreich dagegen wehren können. Statt reaktionärer Ideologie war heute die feministische, antirassistische und queere Bewegung in der Öffentlichkeit präsent. In diesem Sinne erachten wir die heutige Mobilisierung als vollen Erfolg für die antipatriarchalen Kräfte.

Die Polizei – unter der grünen Departamentsvorsteherin Kathrin Rykart – griff die Proteste an und versuchte uns einzuschränken. Aus diesem Grund teilte sich unsere Demonstration immer wieder auf und brachte so das Polizeidispositiv an seine Grenzen. Unser Erfolg – die Einschränkung der

Marschroute der Rechten – ist insbesondere auf diese Demotaktik zurückzuführen. Protestierende und Familien mit Kindern, die sich auf der Josefwiese befanden, wurden mit Tränengas und Gummischrot eingedeckt und verjagt.

Die christlichen Fundamentalist*innen demonstrierten heute zum zehnten Mal gegen das Recht auf Abtreibung und damit gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, trans- und inter- und non binary-Personen über ihren Körper. Die Christen-Fundis inszenieren sich als Lebensschützer*innen, doch propagieren sie ein gewaltig reaktionäres, frauen- und LGBTIQ*-verachtendes Menschenbild. Das «Läbe», welches sie sich wünschen, ist ein patriarchales, zutiefst sexistisches und konservatives Leben wo Frauen zu Gebärmaschinen für Staat, Nation, Kirche und Kapital degradiert werden und über kein Selbstbestimmungsrecht verfügen: Vo wäge für’s Läbe!

Die rechten Christ*innen proklamieren, dass Abtreibung Mord sei, die psychische Gesundheit gefährde und das christliche Modell der patriarchalen Kernfamilie aushöhle. Zur Untermauerung ihrer Argumente scheuen sie auch nicht davor zurück, Menschen mit Behinderung auf die Strasse zu zerren. Dieses Vorgehen ist perfide und degradiert Menschen mit Behinderungen, in dem es sie als Werbeträger*innen reaktionärer Positionen instrumentalisiert.

Mitorganisiert wird der «Marsch für’s Läbe» vom Zürcher SVP-Politiker Daniel Regli, der in der Vergangenheit durch menschenverachtende Aussagen zu Suizid bei Schwulen fragwürdige Berühmtheit erlangte. Aber auch die anderen OK-Mitglieder haben es in sich. Neben den Anbieter*innen moralisierender Beratungsseiten, finden sich hier auch zahlreiche Akteur*innen wieder, die offen islamophobe, fremdenfeindliche, homophobe und transphobe Positionen vertreten. So etwa die Betreiber*innen der Website zukunft-ch.ch, die mit Texten und Veranstaltungen zu Überfremdung, aber auch zur Heilung Transsexueller das Bild einer «Zukunft» zeichnen, in der nur weisse, hetero-cis-Christ*innen einen Platz haben. Ebenfalls vertreten waren die Mitglieder von «Christen für die Wahrheit», einer sektenartigen Gruppierung, die immer wieder mit der Verbreitung schwurbeliger Verschwörungstheorien und massiv queerfeindlicher Inhalte negativ auffallen.

Fotos gibts beim Ajour Magazin, unter Barrikade.info und auf den Kanälen verschiedener linker Organisationen in Zürich.

von: https://barrikade.info/article/2617

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