BS & ZH: Farbe in Solidarität mit Internationalistinnen

kopiert von barrikade.info ( 27.06. 2020 )

Farbe in Solidarität mit Internationalistinnen

In der vergangenen Woche wurden in zwei koordinierten Aktionen die britische Handelskammer in Zürich sowie das italienische Konsulat in Basel mit Farbe markiert. Dies aus Solidarität mit den Internationalist*Innen, die von der Justiz der jeweiligen Ländern verfolgt werden.

Beide Staaten haben die Repression gegen jene Verstärkt, welche am Freiheitskampf in Rojava mit der Waffe in der Hand teilnahmen und gegen die Barbarei des sogenannten Islamischen Staates und dem faschistischen türkischen Staat verteidigt haben. Viele Genoss*innen müssen sich aktuell vor den Gerichten der kapitalistischen Staaten verantworten. Die nachfolgenden hervorgehobenen Genossinnen sind bei weitem keine Einzelfälle.

In Italien wurde Eddi durch ein Gericht als „Gefährderin“ eingestuft. Sie darf Turin nur mit polizeilicher Erlaubnis verlassen und darf an keinen Versammlungen teilnehmen, um nur zwei der vielen Massnahmen zu nennen. Die Internationalistin kämpfte in den Reihen der Fraueneinheiten YPJ gegen die Besatzung von Afrin. Die Gesetze, welche nun gegen sie angewandt werden und den Ursprung in den Zeiten Mussolinis Faschismus haben, zeigen deutlich auf, dass auf welcher Seite Italien steht. Zum einen ist Italien wirtschaftlich und militärisch mit der Türkei verbündet. Es verwundert daher nicht, dass jene verfolgt werden, die sich gegen die imperialistische Politik Erdogans stellen.
Ausserdem weiss Italien um die Kraft des Internationalismus. Eddis Kampf beschränkte sich nicht auf Rojava. Auch in Italien ist sie eine aktive feministische Kämpferin gegen den Kapitalismus. Die verhängten repressiven Massnahmen sind ein Angriff gegen alle, die für eine egalitäre Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung kämpfen.

In Grossbritannien wird die Kommunistin E. a, ebenfalls Internationalistin, die in den Reihen der YPJ kämpfte, durch den Staat verfolgt. Britische Gerichte versuchen seit Jahren, durch Terrorvorwürfe jene zu bekämpfen, welche für die Revolution nach Rojava reisten. Das ehemalige Kolonialreich folgt ebenfalls der imperialistischen Politik der Türkei. So ist auch der britische Rüstungskonzern BAE Systems in die Entwicklung des neuen türkischen Kampfjets TAI TF-X involviert. Während jene, die für eine freie Gesellschaft und gegen den Terrorismus kämpfen verhaftet werden, bietet sich der britische Staat als Lakaien der türkischen Regierung.

Diese beiden Fälle zeigen deutlich: Die westlichen Mächte fürchten sich vor der Revolution in Rojava. Sie stellen sich auf die Seite des türkischen Staates und damit des Terrorismus. Denn die Erfahrungen in Rojava bringen auch die Bewegungen in Europa weiter. Wir müssen die Kämpfe verbinden und von ihnen lernen, damit wir die Bewegung stärken und das Feuer der Revolution in die Herzen der kapitalistischen Zentren tragen können.

Es lebe der Internationalismus!

Video der Aktion in Basel: https://streamable.com/jpuc3h

Bilder aus Basel und Zürich...

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Geopolitische Einschätzung zur Lage in Rojava

Broschüre, erschienen im Mai 2020

Broschüre als pdf

Von einem Genossen vor Ort

Einleitende Gedanken

Um die aktuell vorherrschende politischmilitärische Lage in der Region des Mittleren Osten im Gesamten und Kurdistan im Speziellen richtig zu verstehen und einzuordnen, ist es notwendig, dass wir die tagespolitischen Veränderungen und Entwicklungen, die Nachrichten, die wir jeden Tag sehen können, im Kontext der allgemeinen Entwicklungstendenz des politischen Prozesses und seine verschiedenen Hauptlinien richtig betrachten, einordnen und analysieren.

Eine Analyse, die es nicht vermag, über nicht viel mehr als eine Aufzählung der aktuellen Ereignisse hinauszukommen, wird uns niemals Aufschluss über den wahren Charakter der Situation und die wirkliche Lage geben können.

Die Gefahr eines Angriffs gegen Kandil oder die anderen befreiten Gebiete, ist mehr als ernst zu nehmen, denn es ist nicht nur der türkische Faschismus, der die KDP weiter zu Angriffen gegen die Befreiungsbewegung drängt.

Es sind vor allem auch die USA und Israel, die auf eine weitere Schwächung der kurdischen Freiheitsbewegung pochen.

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Flugblatt Black Lives Matter

We’re going to fight racism not with racism, but we’re going to fight with solidarity. We say we’re not going to fight capitalism with black capitalism, but we’re going to fight it with socialism.
(Fred Hampton, Black Panther Party)

Die Krise heisst Kapitalismus

Als die ersten Bilder der massenhaften Proteste in Minneapolis gegen die Ermordung von George Floyd um die Welt gingen, wurden die meisten Menschen aus ihrer Covid19-Lockdown-Lethargie gerissen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Empörung über diesen rassistischen Polizeimord. Aus Wut und Empörung wurde rasend schnell Protest und Widerstand gegen etwas das weit mehr war als ein tragischer Einzelfall. George Floyds Name reihte sich ein in eine lange Liste von „Einzelfällen“. Die Proteste richteten sich gegen Rassismus, Polizeigewalt, Unterdrückung und gegen ein System, in dem all diese Dinge ihren festen Platz und ihre Funktion haben.

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