Flugblatt: 8. März

Nein zu Sexismus  Nein zu Kapitalismus

Wir haben Genug! Genug vom alltäglichen Sexismus, von blöden Sprüchen, Grapschereien und natürlich genug von jeglicher Gewalt gegen Frauen. Und darum sind wir zum internationalen Frauenkampftag auf der Strasse, zusammen mit hunderttausenden Frauen weltweit.

Gewalt gegen Frauen ist die extremste Form ihrer Unterdrückung. Jede fünfte Frau auf der Welt wird von ihrem Ehemann bedroht, geschlagen oder sexuell missbraucht. Auch in der Schweiz wird im Durchschnitt die Hälfte aller ermordeten Frauen von ihrem jetzigen oder ehemaligen Partner ermordet. Die Unterdrückung der Frauen zeigt sich aber in allen Lebensbereichen. Gerade die #metoo-Debatte gibt der sexuellen Belästigung im Alltag mehr Sichtbarkeit. Auf der Strasse, im Club, aber speziell auch der Arbeitsplatz sind für viele Frauen Orte der ständigen Anmache. Ist es der Boss, ist man ihr besonders ausgeliefert. «Soll ich meinem Boss sagen, dass ich seine Kommentare über meine Bluse nicht will? Riskiere ich dann Nachteile oder sogar die Kündigung?» Dieses Zitat zeigt schön, wie Abhängigkeits- und Machtverhältnisse die Grundlage für die alltäglichen Übergriffe sind. Dies gilt oft auch für Beziehungen und Ehen, wo die meisten Vergewaltigungen stattfinden.

In der Arbeitswelt haben die Frauen auch in Bezug auf die Lohn- und Arbeitsbedingungen etliche Nachteile zu erdulden. Noch immer verdienen Frauen in der Schweiz rund 18% weniger und arbeiten oft in prekären Jobs. Und als wäre nicht alles schon anstrengend genug, kommt auch noch die ganze unbezahlte Arbeit zu Hause dazu, welche auch heute noch zum grössten Teil die Frauen zu stemmen haben.

Was soll der ganze Scheiss? Wieso ist das ungleiche Geschlechterverhältnis – entgegen dem liberalen Feminismusgelaber – so hartnäckig? Weil das eben nicht nur dem patriarchalen Denken und Handeln der Männer entspringt, sondern im bestehenden System eine zentrale Funktion hat. Frauen ziehen Kinder gross, pflegen die Kranken und schauen, dass alle, wenn sie von der Arbeit kommen, was zu Essen auf dem Tisch haben. Es ist die Care-Arbeit von Frauen, welche sicherstellt, dass alle mehr oder weniger fit zurück zur Lohnarbeit kommen. In marxistischen Begriffen ausgedrückt: Es ist die Arbeit der Frauen, welche die Ware Arbeitskraft herstellt. Diese erarbeitet dann für den Kapitalisten den Profit. Für den Kapitalismus ist die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung also von fundamentaler Bedeutung. Die Folgen für uns Frauen sind fatal: Patriarchale Rollenbilder, Mehrfachbelastung, Entwertung unserer Arbeit, sexistische Übergriffe usw.

Wir verstehen den alltäglichen Sexismus und die lebenslange Erfahrung der Unterdrückung als Teil des Kapitalismus. Darum organisieren wir uns kollektiv und kämpfen für eine Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. In Afrin, im Norden Syriens, wird eine Gesellschaft mit dieser Perspektive aufgebaut. Und sie wird standhaft verteidigt gegen faschistische Angriffe, gegen Imperialismus und Fundamentalismus. Die Frauen dort kämpfen mit der Waffe in der Hand für ihre und auch unsere Befreiung.

Wir Frauen* bestimmen selbst, wie wir sind!

Für den Kommunismus!

Frauenkollektiv, Revolutionärer Aufbau

Kurzbericht und Medien zur 8. März-Demo in Basel

Rund 600 Frauen haben am 8. März in Basel an Demo zum internationalen Frauen*kampftag teilgenommen. Während der Demonstration durch die Innenstadt wurde mittels Transparenten und Schildern, einer Tanzeinlage, diversen Reden, feministischer Musik sowie mit gekleisterten Plakaten und angeschraubten Parolen auf unsere Anliegen aufmerksam gemacht. Nach der bewilligten Demonstration zogen rund 250 Frauen weiter bis zum Hirscheneck, wo ein von solidarischen Männern vorbereitetes Essen auf die Demonstrantinnen wartete. Der reovlutionäre Aufbau war mit einem Flugblatt und einer Grussrede von der RJZ-Demo in Zürich präsent.

Flugblatt als PDF

Audio: Grussbotschaft von der RJZ-Frauendemo in Zürich an die Basler Genossinnen

25. November 2017 ‒ Internationaler Kampftag gegen Gewalt gegen Frauen

Wandzeitung zum 25. November (PDF)

Der 25. November wurde 1989 von verschiedenen Frauenorganisationen in Asien, Lateinamerika und Afrika zum internationalen Kampftag gegen alle Formen von Gewalt an Frauen ernannt. Jedes Jahr finden an diesem Tag weltweit Demonstrationen und Aktionen statt.

Die neuesten Zahlen der UNO sind alarmierend: Weltweit sind 70% der Frauen von Gewalt betroffen. Eine von drei Frauen ist physischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt, oft durch den eigenen Partner. Mehr als 700 Mio. Frauen wurden bereits als Kind verheiratet. Nur ¼ aller Länder verbieten die Vergewaltigung in der Ehe. 133 Mio. Mädchen erlitten eine Form von Genitalverstümmelung. Allein in Indien werden jährlich rund 8000 Frauen ermordet, aber auch in Lateinamerika ist der Feminizid weit verbreitet, in anderen Ländern die Ehrenmorde, usw.

Mord und Vergewaltigung sind die extremsten Beispiele von Verachtung und Gewalt gegen Frauen. Doch beginnt die Gewalt gegen Frauen bereits bei der rollenspezifischen Erziehung von Mädchen, der geschlechtsspezifischen Berufswahl, bzw. Arbeitsteilung bei der Haus- und Familienarbeit, der massiven Lohnnachteile für Frauen oder der Vermittlung sexistischer Frauenbilder in den Medien. Gesellschaftliche Macht- und Hierarchieverhältnisse spielen bei Gewalt gegen Frauen eine entscheidende Rolle. Gemäss aktuellen Studien gehen sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz in 90% der Fälle von Vorgesetzten aus. Je abhängiger die Frau von ihrer Stelle oder ihrem Ausbildungsplatz, je ungesicherter ihr Arbeitsverhältnis, desto mehr ist sie auch sexuellen Übergriffen ausgesetzt.

In den letzten vierzig Jahren hat das Bewusstsein über Gewalt gegen Frauen in der Öffentlichkeit zugenommen. Häusliche Gewalt oder sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz sind keine Tabuthemen mehr und haben sogar den Weg in die Gesetzbücher gefunden. Aber die gesellschaftliche Debatte um Gewalt gegen Frauen wird unter einer individualisierenden Opfer-Täter-Perspektive aufgearbeitet. Das versperrt den Blick auf die strukturell angelegte Gewalt, auf die herrschenden kapitalistischen Machtverhältnisse und das ganze Spektrum der Ausbeutung und Unterdrückung von Frauen.

Die Sexismus-Debatte hat wenig Einfluss auf die Situation von Frauen mit wenig materiellen oder sozialen Ressourcen. Diese wären besonders angewiesen auf Institutionen wie Frauenhäuser, denen jedoch immer mehr Gelder gestrichen werden. Sichtbarkeit alleine bringt uns also nicht weiter. Vielmehr wollen wir an diesem Kampftag auf unsere eigene Stärke vertrauen. Wir wollen aufzeigen, dass es sich lohnt für Veränderungen und revolutionäre Prozesse zu kämpfen. Wir wollen Frauen sichtbar machen, die für die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen kämpfen und Widerstand leisten gegen Gewalt an Frauen. Hier und international. Wir sehen uns als Teil dieser Kämpfe um eine Gesellschaft ohne kapitalistische und patriarchale Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnisse.

Selbstverteidigung und Organisierung gegen alle Formen von Gewalt an Frauen! Für den Kommunismus!

Pressecommuniqué 11. März 2017 Frauen-Demonstration

Heute haben sich 1500 Frauen auf dem Hechtplatz in Zürich besammelt zur alljährlichen Frauendemonstration zum internationalen Frauenkampftag. Es ist das hundertjährige Jubiläum der russischen Revolution, an der Massen von Frauen, die sich gegen den Hunger und den Zaren organisierten, zuvorderst beteiligt waren.

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Demo am internationalen Kampftag gegen jegliche Gewalt an Frauen*

15179010 1361248297259141 601741358721993459 nZum 25. November, dem internationalen Kampftag gegen jegliche Gewalt an Frauen*, rief ein breites revolutionäres Frauenbündnis zu einem Abendspaziergang auf. 400 Frauen* versammelten sich mit zahlreichen Transparenten und Schildern vor dem Kunsthaus. Von da zogen wir lautstark durch das Niederdorf, über den Hauptbahnhof in den Kreis 5, wo wir die Demo stark und selbstbestimmt vor dem Frauen*Zentrum an der Mattengasse beendeten. Auf dem Weg hinterliessen wir mit Sprays, Klebern, Wandzeitungen und mehreren Transparenten unsere Spur. Es gab zahlreiche informative Reden zum Beispiel zu Sexarbeit und der kapitalistischen Stadtaufwertung (siehe auch Wandzeitung), zu den Kämpferinnen in Rojava, eine Grussbotschaft der inhaftierten revolutionären Feministin Nekane und viele mehr.

Alle Reden gibt es hier zum nachhören:

http://www.lora.ch/sendungen/sendung-suchen?mode=3&terms=fraueninfo&list=FrauenInfo

Aufbau Vertrieb

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Weitere aktuelle Infos gibts auf der Seite der Revolutionären Jugend Zürich & auf dem Blog der Roten Hilfe

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