Rassismus kennt viele Erscheinungsformen. Und die braune, fanatische sowie hochideologisierte Form darunter ist dabei nur die berühmte Spitze des Eisbergs.

Denn nicht immer sind es nationale Überlegenheitsgefühle oder schierer Fremdenhass, welcher Leute Haltungen einnehmen lassen, die objektiv gesehen rassistisch sind. Auch ökonomische Ängste, die Angst als einzelnes Subjekt im kapitalistischen Verdrängungswettbewerb unten durch zu müssen, schürt die rassistische Grundstimmung. Auffallend ist jedoch, dass viele in der Schweiz glauben, dieses Land sei alleine aufgrund der Tüchtigkeit seiner Eingeborenen oder aufgrund seiner kulturellen Überlegenheit anderen Ländern oder Kulturen wohlstandsmässig überlegen. Und solche Auffassungen basieren auf äussert mangelhaften Einschätzungen der Schweizer Realität.

 

Erstens war und ist die Schweiz so etwas wie eine hochprofitable Hausbank für das globale Kapital. Dazu zählen zwar auch Diktatoren, Drogenbarone, Warlords etc. Aber noch wesentlicher ist dabei das formal gesehen ganz legal operierende Grosskapital unzähliger Ländern, welches sich dort teilweise barbarischer Ausbeutung von Mensch und Umwelt verantwortlich macht. Und eben dieser Schweizer Finanzplatz hat grossen Anteil an der Ausfinanzierung derjenigen Schweiz, welche viele kleine und grosse Chauvinisten hierzulande als ach so vorbildlich und moralisch überlegen empfinden. Vom Prinzip her um dasselbe handelt es sich bei der Schweiz als eine der global wichtigsten Handelsplätze für Rohstoffe oder als steuerrechtlich relevanten Standort für ausländische Unternehmen oder Privatpersonen. Immer wenn es ums Wohl des hiesigen Fiskus oder desjenigen hiesiger Kapitaleigener geht sind Politiker und Lobbyisten schnell mit den passenden Gesetzen zur Hand. Ein besonders perverses Beispiel für das Funktionieren dieser in den Augen vieler moralisch so überlegenen Schweiz waren die kürzlich gelockerten Ausfuhrbestimmungen für Schweizer Waffen in Staaten, welche als konfliktanfällig gelten. Betroffen davon ist ein Geschäftsvolumen von gerade mal einigen duzend Millionen CHF sowie eine Handvoll Arbeitsplätze. Man erkennt daran leicht, wie schwer die bürgerliche Moral ein bisschen kapitalistisches Geschäftsinteresse aufwiegt. Nur das menschliche Elend, welche diese Strukturen unweigerlich auf der ganzen Welt hinterlassen, will man hier weder arbeiten noch wohnen lassen(Überfremdung, Identitätsverlust, Dichtestress). Und Asylbewerber empfindet man ohnehin als lästige Bittsteller für die doch die Schweiz nicht verantwortlich sein kann/soll/darf. Wer da aber keine Zusammenhänge sehen möchte, ist nicht bloss unsolidarisch und ignorant, sondern letztlich einer dieser reaktionären Nationalisten, welche die kapitalistische Welt braucht um (vorerst) weiterzubestehen.

Antifa: Theorie und Praxis Hand in Hand!

Sich über Rassismus und faschistische Tendenzen in unserer Gesellschaft bewusst zu sein und sich mit diesen theoretisch auseinanderzusetzen, ist wichtig und richtig. Doch es ist nur die halbe Miete! Selbst gewichtige Theorien ohne zugehörige Praxis verlaufen längerfristig im Sand. Theorie und Praxis müssen Hand in Hand gehen. Diese Erkenntnis ist nicht zuletzt für die radikale Linke essentiell: Unsere kapitalistische Gesellschaftsform lässt sich nur durch eine konsequente antifaschistische Praxis verändern oder zumindest ein kleines bisschen angenehmer gestalten. Was bedeutet dies konkret?

AntifaschistIn zu sein, bedeutet an Demos teilzunehmen und Solidaritätsaktionen zu unterstützen oder sogar zu organisieren. Dies gelingt am besten, wenn man sich zuerst selber in einem Kollektiv organisiert: Gemeinsam kann man sich austauschen, gegenseitig unterstützen und hat, last but not least, mehr Kampfkraft. Auch mit Aufklebern und Plakate gegen Nazis die Stadt zu verschönern, betrachten wir als wichtige antifaschistische Praxis: So machen wir Propaganda für unsere Ideale, prägen den öffentlichen Raum und überlassen FaschistInnen darin keinen Fussbreit um sich auszubreiten.

Antifaschistin zu sein, bedeutet nicht zu schweigen. Wenn AusländerInnen oder Linke Opfer von rassistischen Übergriffen werden, oder MigrantInnen vom Schweizer Staat ausgeschafft werden: Werde aktiv dagegen! Nazis und FaschistInnen müssen wir eigenhändig von der Strasse vertreiben, denn von gutgemeinten Appellen an den Schweizer Staat können wir nichts erwarten: Er verteidigt die Interessen der Bonzen und der Privilegierten. Der Staat bietet uns keine Hilfe im Kampf gegen Rassismus, sondern ist Teil des Problems. AusländerInnen werden gerne als Sündenböcke für die Kapitalistische Krise hingestellt und gegen diese wird gehetzt. Immer schärfere Asylgesetze werden nicht nur von der SVP gefordert! Im Parlament wird von rechts bis links eifrig Rassismus geschürt, indem vom „Ausländerproblem“ schwadroniert wird. MigrantInnen werden auf ein „Problem“ reduziert, welches gelöst und aus der Welt geschafft werden muss. Das Problem sind aber die Kapitalisten und Ausbeuter! Ihr Anliegen sind fette Profite für einige wenige Bonzen. Für ihre Kapitalvermehrung gehen sie über Leichen und zwingen Menschen weltweit zur Flucht.

AntifaschistIn zu sein, bedeutet also Nazis und Rassismus zu bekämpfen – aber auch den Kapitalismus als unmenschliches Gesellschaftssystem zu bekämpfen und alternative Perspektiven aufzuzeigen.

Antifa muss Praxis werden – Kampf gegen Faschos und Asylbehörden!

Antifa heisst auch Kampf dem Kapital!

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