Rede zur Geschichte des internationalen Frauenkampftages 8. März. Gehalten an den Mobilisierungen zum 8. März 2005.

8. März - Internationaler Frauenkampftag

Die Wurzeln des 8. Märzes liegen in den Frauenkämpfen am Anfang des letzten Jahrhunderts. Am 8. März 1908 traten die Arbeiterinnen der Textilfabrik Cotton in New York in den Streik, um für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen zu kämpfen. Um eine Solidarisierung anderer Belegschaften zu verhindern, schlossen der Fabrikbesitzer und die Aufseher die streikenden Frauen ein. Aus ungeklärten Gründen brach ein Brand aus und zerstörte die Fabrik. Nur wenigen der eingesperrten Frauen gelang die Flucht; 129 Arbeiterinnen starben in den Flammen.Im selben Jahr demonstrierten weitere Textil- und Tabakarbeiterinnen. Durch diese Kämpfe ermutigt streikten 1909 20'000 Hemdennäherinnen aus Manhattan ungebrochen bis die Unternehmer nach zwei Monaten ihren Forderungen nachgaben. 1909 wurde von nordamerikanischen Sozialistinnen das erste Mal ein spezieller Frauenkampftag "zur Propagierung des Frauenwahlrechts und der sozialistischen Ideen" national durchgeführt. Nach diesem Vorbild wurde 1910 an der II. Internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen auf Initiative von Clara Zetkin die alljährliche Durchführung eines internationalen Frauenkampftages beschlossen. Am 19. März 1911 gingen zum ersten Mal Millionen von Frauen in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA auf die Strasse. Ihre zentrale Forderungen waren: für ein Frauen-Wahl- und Stimmrecht; gegen den imperialistischen Krieg; Arbeitsschutzgesetze; der 8 Stundentag; Minimallöhne, gleicher Lohn für gleiche Arbeit; ausreichender Mutter- und Kinderschutz. Der Streik von 90'000 Textilarbeiterinnen in Petersburg vom 8. März 1917, die durch ihren entschlossenen Kampf die grossen Demonstrationen im Vorfeld der russischen Februarrevolution 1917 auslösten, war ein weiterer Ausgangspunkt zur Festlegung des 8. Märzes als internationaler Frauenkampftag.So bekam der 8. März seine Bedeutung als internationaler Kampftag für die Interessen aller ausgebeuteten und unterdrückten Frauen weltweit. Mit der neuen Frauenbewegung in den 70er und 80er Jahren gewann der 8. März einen neuen Aufschwung. Weitere Themen wurden ins Zentrum der Frauenkämpfe gerückt; das Recht auf freie Abtreibung, Kampf gegen Sexismus im Alltag und am Arbeitsplatz, gegen Gewalt an Frauen, Gleichberechtigung von lesbischer Liebe, gegen den Schönheitswahn, für eine gleichberechtigte Verteilung von Haus- und Erwerbsarbeit, Solidarität mit den Frauenkämpfen weltweit.Auch heute gibt es genügend Gründe, auf die Strasse zu gehen. Der Kapitalismus macht es möglich, dass wir heute zum Teil immer noch für die gleichen Forderungen wie unsere Grossmütter kämpfen müssen!Reaktionäre Hetze von rechts, Angriffe gegen die Errungenschaften der Frauenbewegung die zunehmende Verarmung vieler Menschen auch in den Industrieländern, Sparmassnahmen und Sozialabbau in allen Bereichen und daneben fette Löhne und Profite für die Unternehmer sind der Gradmesser für die allgemeine Situation. Um unsere frauenspezifischen Interessen von der Basis her durchzusetzen, können wir uns nur auf unsere eigenen Kräfte verlassen. Nicht einzeln und isoliert, sondern gemeinsam und solidarisch können wir uns für unsere Interessen wehren, unsere Forderungen durchsetzen und gegen Frauendiskriminierungen im Alltag, am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Familie kämpfen.In Kontinuität der jahrzehntelangen Frauenkämpfe, die den 8. März zu einem internationalen Kampftag für alle unterdrückten und ausgebeuteten Frauen weltweit werden liess, bleibt auch die heutige 8. März Demonstration ein politischer Raum nur für Frauen. Männer solidarisieren sich, indem sie diesen frauenkämpferischen Raum respektieren und zurück bleiben. Heute bringen wir Frauen gemeinsam und solidarisch unsere Forderungen zum Ausdruck. Gerade in einer Zeit, in der die Errungenschaften für ein fortschrittliches Frauenleben weltweit angegriffen werden, ist eine von Frauen eigenständig getragene Demonstration ein Ausdruck kompromissloser Forderungen für ein gleichberechtigtes Leben ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

Hoch die internationale Solidarität!

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