Dieses Wochenende, 2. - 4. Oktober, fanden sich rund 150 Gäste zum Politwochenende anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Zimmerwalder Konferenz ein. Darunter waren auch internationale Delegationen aus Belgien, Deutschland, Italien oder Kolumbien vertreten. Unter der Parole ‚Die Geschichte in die eigenen Hände nehmen‘ hatten wir ein vielfältiges Programm zusammengestellt, welches verschiedene Facetten der Zimmerwalder Konferenz, aber auch der Geschichte der internationalen ArbeiterInnenbewegung im Allgemeinen aufnahm.

Nach einem eröffnenden inhaltlichen Beitrag des Revolutionären Aufbaus wurde die Auftaktveranstaltung am Freitag-Abend im Lenin-Saal des Volkshauses von Nick Brauns (Historiker und Journalist) und Niels van der Waerden (Musiker) gestaltet. Während der Erstgenannte die Konferenz in die Geschichte der ArbeiterInnenbewegung verortete und Verbindungen zu heute aufzeigte, spielte Niels van der Waerden verschiedene Lieder aus der klassenkämpferischen Kultur.

Am Samstag stand die inhaltliche Vertiefung und Diskussion auf dem Programm. Nach einem Vortrag von T. Derbent (Autor) zu Lenin, Krieg und der Umwandlung des imperialistischen Kriegs in einen revolutionären Krieg, nahmen verschiedene Beiträge und Workshops immer wieder darauf Bezug. Aus Griechenland meldeten sich Nikos Maziotis (inhaftiertes Mitglied der anarchistischen Gruppe ‚Revolutionärer Kampf‘) und Achim Rollhäuser zur Frage, was es für revolutionäre Ansätze im Land gab und gibt, insbesondere auch in Bezug auf die (relative) Stärke der reformistischen Syriza. MLKP-Rojava beschrieb in einem Interview die aktuelle Situation vor Ort und suchte davon ausgehend Ansätze der Verallgemeinerung. Es wurde ein Workshop zum ökonomischen Hintergrund des ersten imperialistischen Kriegs und der heutigen Kriegstendenz (wie in der Ukraine oder Syrien) durchgeführt, während die Revolutionäre Jugend Zürich Ansätze der Strategiediskussion in klassischen chinesischen Werken wie Sun Tzu vorstellte.

Sonntags ging es dann nach Zimmerwald selber. Mit über 150 Personen gab es einen Spaziergang von Kehrsatz nach Zimmerwald, im Zuge dessen immer wieder kurze Vorträge gehalten wurden. An verschiedenen Stellen wurden Gedenktafeln angebracht. Da die lokale Gemeinde die Anerkennung der politischen Bedeutung der Zimmerwalder Konferenz verweigert, haben wir das kurzerhand selber angepackt. In einem Theater wurden die sich gegenüberstehenden Positionen von Lenin und Robert Grimm präsentiert, schliesslich war die Konferenz einer der entscheidenden Orte, wo die Klärung zwischen revolutionärer und reformistischer Linie innerhalb der ArbeiterInnenbewegung sprunghaft vorangetrieben wurde.

Die Parole ‚Die Geschichte in die eigenen Hände nehmen‘ beschreibt unseren Ansatz in der Aufarbeitung dieser Konferenz. Uns interessiert nicht das Beobachtende aus der Ferne, nicht die Geschichtsschreibung der Bürgerlichen und Reformisten. Wir wollen aus den damaligen Ereignissen und Einschätzungen lernen, damit wir für das hier und jetzt theoretische und praktische Vorschläge entwickeln können. Wir betrachten nicht kontemplativ von aussen was war, sondern tauchen in die Geschichte ein. Die Aufarbeitung des roten Fadens der revolutionären Linie muss von denen geleistet werden, die diese heute vertreten. Die Frage nach dem Wohin ist immer auch die nach dem Woher.

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5. Oktober 2015, aufbau.org

 

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