Zehntausende demonstrierten in Brüssel gegen Massenentlassungen bei VW. Solidaritätsdelegationen aus vielen Ländern Europas

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Rund 25000 Gewerkschafter haben auf einer internationalen Großdemonstration am Sonnabend in Brüssel gegen drohende Massenentlassungen im dortigen VW-Werk protestiert. Tausende Arbeiter des seit über zwei Wochen bestreikten VW-Werkes Forest (niederländisch: Vorst) zogen gemeinsam zur Auftaktkundgebung am Brüsseler Südbahnhof. Ein Meer roter, grüner und blauer Gewerkschaftsfahnen der sozialistischen FGBT, der christlichen CSC und der liberalen CGSLB wehte in den Straßen des Stadtzentrums. Viele Ladenbesitzer hatten aus Solidarität mit den VW-Beschäftigten Poster und Flugblätter in die Fenster ihrer Geschäfte gehängt. Lautsprecherwagen spielten immer wieder die Internationale.

Zahlreiche Arbeiter anderer Betriebe wie Volvo, Kraft, Citroen und von Zulieferfirmen der Automobilindustrie waren im Demonstrationszug teils mit großen Blöcken vertreten. Aus Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Luxemburg, Großbritannien, Italien und Portugal waren Solidaritätsdelegationen gekommen. »Wir lassen uns nicht spalten«, hieß es auf einem Transparent von 50 Wolfsburger VW-Arbeitern, die in der Nacht mit einem Bus von der Konzernzentrale nach Brüssel gefahren waren. Auch aus Braunschweig, Köln, Frankfurt, Offenbach, Hanau und Salzgitter waren jeweils Dutzende Gewerkschafter angereist.

»Wir sind hier, um klarzumachen, daß dies kein nationales Problem zwischen deutschen und belgischen Kollegen ist«, erklärte Andreas Huhn von der gewerkschaftlichen Vertrauenskörperleitung bei VW in Kassel gegenüber Medienvertretern. Der zweite Bevollmächtigte der IG Metall in Wolfsburg, Frank Patta, nannte den Umgang der Konzernführung mit dem Brüsseler Werk »Globalisierung in Reinkultur«, bei der Menschen und Standorte gegeneinander ausgespielt würden.

Der VW-Konzern hatte angekündigt, die Produktion des Golf aus Brüssel abzuziehen und an den deutschen Werksstandorten Mosel bei Zwickau und Wolfsburg zu konzentrieren. Zuvor hatte sich die IG Metall in einem Tarifvertrag zu Mehrarbeit als Gegenleistung für Arbeitsplatzsicherung bereit erklärt. Nach Gewerkschaftsberechnungen droht in Belgien bis zu 13000 Beschäftigten bei VW und den Zulie­-fe­r­betrieben der Verlust ihrer Arbeitsplätze. »Diese Fabrik war produktiv und wettbewerbsfähig«, kritisierte der Generalsekretär der Gewerkschaft CSC, Guy Tordeur, die »blinde Umstrukturierung« des Konzerns. Skeptisch zeigten sich Gewerkschaftsredner über das am Freitag erneuerte Angebot von VW, ab 2009 in Brüssel den Audi-Kleinwagen A 1 zu produzieren und so 3000 Arbeitsplätze zu erhalten. Unklar ist vor allem, was zwischen dem Ende der Golf-Produktion 2007 und der Aufnahme der Audi-Produktion 2009 mit den Arbeitern geschehen soll.

Nick Brauns

Junge Welt 4.12.06 

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