ZH: SMASH WEF – Krieg beginnt hier!

Revolutionärer Block an der Demo Züri gägä WEF, 18:00 Helvetiaplatz

Seit 50 Jahren strömen auf Einladung von Klaus Schwab hohe Regierungsmitglieder aus aller Welt und Vertreter*innen der wichtigsten Unternehmen nach Davos. Das World Economic Forum wolle die Welt verändern und Gutes bewirken, indem wichtige Menschen an einen Tisch gebracht werden, behauptet das Forum von sich selber.

In Wirklichkeit handelt es sich dabei um die grösste Lobbyorganisation der Welt, die die Interessen der mächtigsten globalen Akteur*innen zusammenbringt, in schöne Worte verpackt und als
fortschrittliches Programm verkaufen will. Das Forum findet jedes Jahr im winterlichen Davos statt – dank öffentlichen Geldern militärisch abgeschottet von kritischen Stimmen und eingebettet in Medienpartnerschaften, die wohlwollende Berichte garantieren. Als strategische Partner vereint das Forum die grössten Klimasünder*innen wie Saudi Aramco oder BP, Finanzschwergewichte wie BlackRock oder Credit Suisse und bringt sie in Davos mit Politiker*innen wie Trump oder Merkel zusammen. Die Liste ist lang und die Gründe, gegen dieses Forum auf die Strasse zu gehen, sind unzählig. Das WEF ist ein Paradebeispiel der liberalen Demokratie: Eine herrschende kapitalistische Elite hält die Klassengesellschaft und das sozial-ökonomische Patriarchat aufrecht. Das WEF ist kein Fortschritt, sondern die Zementierung der herrschenden Zustände.

Auch dieses Jahr schmückt sich das Forum wieder mit einem schicken Ziel: Das Forum wolle die erodierende internationale Solidarität stärken, heisst es selbstgefällig, und verspricht eine nachhaltige Welt im Sinne der Gemeinsamkeit. Ein Blick auf die Gästeliste und in die Broschüre des Forums zeigt, dass es sich dabei auch dieses Jahr um nichts als leere Worte handelt. Das Ausmass der immer schneller stattfindenden Zerstörung der Welt bleibt unerwähnt und in der ganzen Erklärung steht kein Wort zu Krieg und Unterdrückung. Das WEF vereint Kriegstreiber*innen und Kriegsprofiteur*innen gleichermassen. Auch dieses Jahr ist Trump angekündigt und Kriegsprofiteure wie der an Rheinmetall beteiligte Vermögensverwalter BlackRock werden eigene Veranstaltungen hosten. Und die von Krieg und Ausbeutung betroffene Bevölkerung? Für die ist kein Platz im exklusiven Davoser Klub - internationale Solidarität als Exklusivrecht der Reichen und Mächtigen.

Zur selben Zeit geht der von den USA unterstütze Angriffskrieg der türkischen Armee auf Rojava weiter. Rojava ist in vielerlei Hinsicht die Antithese zum WEF in Davos. Das basisdemokratische, ökologische, feministische Projekt schaffte sich seine Realitäten in den vergangenen Jahren entgegen globaler Machtinteressen und entgegen der herrschenden Marktmechanismen. Währenddem die Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien von vielen Regierungen und internationalen Organisationen komplett ignoriert wurde, war die internationale Solidarität auf der Strasse für Rojava umso grösser und wächst stetig weiter. Und diese braucht es mehr denn je. Denn auch wenn die bürgerlichen Medien die Berichterstattung grösstenteils eingestellt haben, ist das Leid in der Region gross. Über 300‘000 Menschen mussten fliehen und Städte wie Tel Abyad oder Sere Kaniye wurden von der Türkei und ihren dschihadistischen Verbündeten eingenommen. Unter gütiger Mithilfe der international regierenden Elite setzt Erdogan nun die grössten ethnisch motivierten Umsiedlungspläne der jüngsten Vergangenheit um: in 140 Dörfern in der Region sollen eine Million Menschen angesiedelt werden.

Aber der Widerstand gegen Krieg und für Selbstbestimmung geht weiter – in Rojava, sowie in Bern, Zürich und Davos. Das WEF und seine Teilnehmer*innen stehen in scharfemGegensatz zu jeder Form von Solidarität. Wenn sie in Davos ihren Auftritt hinlegen, kann das nicht unbeantwortet passieren. Daher rufen wir alle Menschen auf zu vielfältigen (Stör-) Aktionen vor, während und nach dem WEF, Transpis und alles sonstige was sicht- und hörbar oder störend ist. Seien wir laut und unbequem.

Internationale Solidarität findet auf der Strasse statt, nicht in abgeschirmten Hinterzimmern. Wir unterstützen die bestehenden Mobilisierungen gegen das WEF, wollen den Widerstand aber auch auf den Strassen Zürichs erhöhen. Wir nehmen uns als revolutionärer Block an der Demo vom 22. Januar die Strasse – ohne die staatliche Autorität nach Erlaubnis zu fragen,
denn unser Protest richtet sich auch gegen sie.

Treffpunkt Revolutionärer Block:
18.00, Demo Züri gägä WEF, beim Denkmal der Arbeit.

#riseup4rojava #womendefendrojava

Von: https://barrikade.info/article/3032

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