Kurzbericht zur Newroz-Demo in Basel

Heute, 21. März 18, versammelten sich in Basel zur Feier von Newroz, dem kurdischen Neujahr, und zur Unterstützung der Bevölkerung von Afrin etwa 150 Personen. Wir liefen lautstark den Krieg der Türkei gegen Rojava anprangernd vom Claraplatz zum Marktplatz. Es wurden Flugblätter verteilt und Parolen gegen Erdogan und zur Unterstützung des Widerstandes in Afrin gerufen.

Der Widerstand geht weiter. Aktuelle Infos auf aufbau.org, barrikade.info, anfdeutsch.com

Afrin verteidigen! Dem Krieg kein ruhiges Hinterland!

afrinverteidigen 085b6Wir rufen zu einer überregionalen revolutionären Demonstration in Solidarität mit Afrin auf!
7. April, 16:00. Bahnhofsplatz Bern

Was geht in Afrin?
Vor mehr als zwei Monaten begann der Überfall der Türkei auf Afrin: Mit Luftangriffen auf Dörfer und Städte, mit deutschen Leopard2-Panzern, mit islamistischen Milizen (darunter zahlreiche Söldner des IS und der Al-Qaeda) und mit Duldung der EU, Russlands und der USA.
Erdogan hat zu Beginn davon gesprochen, Afrin in drei Tagen “auszuräuchern”. Diese Rechnung hatte er ohne den Widerstand gemacht. Die bewaffnete Bevölkerung hielt die Invasion unter unglaublichen Anstrengungen zwei Monate lang zurück. Nun wird die Zivilbevölkerung evakuiert und der Kampf gegen die zweitgrösste NATO-Armee wird als Guerillakrieg weitergeführt.
Während in der Türkei in den letzten Jahren schnellen Schrittes und mit eiserner Repression eine Diktatur aufgebaut wurde, entwickelte sich in Afrin und dem Rest Rojavas ein emanzipatorisches Projekt, das weit über den Nahen Osten hinaus strahlt. Mitten im Krieg strömten aus ganz Rojava Menschen nach Afrin. Das zeigt, dass hier eine gesamtgesellschaftliche Revolution im Gange ist, die von der Bevölkerung als ihr eigenes Projekt verteidigt wird. Diese aktuelle Situation hat eine enorme historische Bedeutung: Das faschistische Staatsprojekt Erdogans auf der einen Seite, die Hoffnung auf die Möglichkeit einer Alternative zur kapitalistischen Moderne auf der anderen.

Was macht die Schweiz?
Die Schweiz schlägt sich – Überraschung – auf die Seite des Kapitals. Schweizer Banken und Konzerne haben ein grosses Interesse daran, weiterhin gut in der Türkei zu verdienen. Verschiedene Grosskonzerne (bspw. Nestlé, Novartis, Holcim, Schindler) produzieren hier, Anlagefonds investieren, Rüstungsfirmen wie die RUAG exportieren. Die Minister Erdogans sind deshalb immer wieder Gäste in der Schweiz. Anders ergeht es Menschen, die in der Schweiz der Verfolgung durch Erdogans Repressionsapparat entkommen wollen. Das schweizer Migrationsregime lehnt entsprechende Asylanträge ab und schafft in die Türkei aus.

Was geht uns das an?
Wir sind weit weg von Afrin, aber dennoch verbunden in vielerlei Hinsicht. Der Krieg gegen Afrin beginnt (auch) hier, findet hier Unterstützung durch die Regierungen und Konzerne und kann dementsprechend auch hier bekämpft werden. Ebenso wie wir im türkischen Staatsapparat die reaktionäre und repressive Tendenz in Westeuropa wiedererkennen, so erkennen wir im Projekt Rojava unsere eigene Perspektive: Die soziale Revolution.

Ab auf die Strasse! Afrin verteidigen!
Wenn das revolutionäre Projekt in Rojava angegriffen wird, dann heisst das für uns: Dem Krieg kein ruhiges Hinterland! Denn auch hier sitzen die Kriegsprofiteur*innen und Kriegstreiber*innen. Wir gehen für Afrin auf die Strasse! Wir gehen für eine Perspektive jenseits von reaktionärer Hetze, von Unterdrückung und Ausbeutung auf die Strasse!

Es lebe der Widerstand! Hier und überall!

Kurzbericht zur Demonstration gegen den Angriff auf Afrin in Basel

Rund 3000 Menschen haben in Basel gegen den Angriff auf Afrin demonstriert. Etwa 300 davon haben sich dem internationalistischen Block angeschlossen. Während der Demonstration wurde die Wichtigkeit der internationalen Solidarität betont, "Überall ist Afrin - Überall ist Widerstand" war von vielen Seiten zu hören und zu sehen. Der revolutionäre Aufbau war mit zwei Transparenten, einem Flugblatt, vielen Fahnen sowie mit gekleisterten Plakaten und Wandzeitungen präsent.

Die Polizei hat bereits im Vorfeld der Demonstration versucht, mit gezielten Kontrollen von "SchweizerInnen" die Solidarität gegenüber den kurdischen und türkischen Demonstrantinnen zu schwächen. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Genossin des revolutionären Aufbaus bis nach der Demonstration festgenommen. Das Kalkül der Polizei ging aber nicht auf: Hunderte von SchweizerInnen haben mitdemonstriert, die OrganisatorInnen der Demonstration haben sich gegen die Angriffe der Polizei positioniert und der durchmischte internationalistische Block war praktisches Resultat der Solidarität.

Am Ende der Demonstration haben einige türkische Faschisten am Rand der Demonstration provoziert. Die Provokationen wurden von DemonstrantInnen schlagkräftig beantwortet. Die Polizei hat ein weiteres mal gezeigt, auf welcher Seite sie steht, und sich schützend vor die Faschos gestellt.

Flugblatt:

DEFEND AFRIN!

Das fortschrittlichste Projekt im Mittleren Osten wird von Faschisten und Islamisten angegriffen! Seit dem 20. Januar greift der NATO-Staat Türkei die Region Afrin im befreiten Nord-Syrien (Rojava) an. Mit Bomben, Panzern und dschihadistischen Milizen wird just jene Region angegriffen, in welcher hunderttausende Menschen Zuflucht vor den Schrecken des IS und des Syrischen Kriegs gefunden haben, und wo sich in den letzten Jahren ein gesellschaftliches Projekt etablierte, welches auf rätedemokratischer Selbstverwaltung, Solidarität und Emanzipation fusst.

Der Widerstand lebt...
Die zweitgrösste NATO-Armee kommt nur langsam  voran, weil der Widerstand gegen sie so entschlossen ist. Nicht nur die Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ, welche den Invasoren bereits hohe Verluste zugefügt haben, halten sie sie auf. Auch die zivile Bevölkerung lässt sich nicht vertreiben und strömt im Gegenteil massenhaft aus den verschiedenen Regionen Rojavas nach Afrin, um ihr Projekt zu verteidigen.

… doch die Lage ist ernst
Mittlerweile aber steht die türkische Armee und ihre Al-Qaeda-Kampfverbände unmittelbar vor Afrin-Stadt. Über eine halbe Million Menschen sind eingekesselt und ständigen Bombardements ausgeliefert. Der Sturm auf die Stadt steht unmittelbar bevor. Was es bedeutet wenn die türkische Armee eine kurdische Stadt überfällt, weiss man aus südtürkischen Städten wie Nuseybin, Sur oder Şirnak, welche bereits vor zwei Jahren zu grossen Teilen dem Erdboden gleich gemacht worden sind.

Europa ist Kriegspartei
Die Komplizenschaft der russischen, US-amerikanischen und europäischen Regierungen ist klar: Ohne die Öffnung des Luftraumes für die türkischen Bomber, wäre die Türkei niemals in der Lage gewesen zu einer ernsthaften Bedrohung für Afrin zu werden. Die westliche Duldung des  Vernichtungskrieges eines zunehmend faschistisch operierenden türkischen Staates mag auf den ersten Blick überraschen. Zumal er sich gegen genau jene richtet, welche als einzige willens und in der Lage gewesen sind den IS-Mörderbanden Einhalt zu gebieten.

It‘s the economy, stupid
Die Komplizenschaft muss aber angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Mächtigen nicht verwundern. Erdogan schafft es geschickt zwischen den Achsen USA-Europa und Russland-Iran zu lavieren und sich damit für beide Blöcke unentbehrlich zu machen. Dazu kommen die handfesten Interessen der Konzerne: Neben den grossen Waffenschmieden Europas, ist auch die Schweiz dick dabei, Novartis, Nestlé, Alstom, ABB, die Banken: Sie alle sind mit Milliarden in der Türkei investiert und haben null Interesse an einem Geschäftsausfall nur wegen ein wenig Krieg und Faschismus. Ganz im Gegenteil erweist sich Krieg nicht nur für die Rüstungsindustrie als wahrer Absatzbooster.

Afrin ist nicht alleine!
Doch es gibt auch ein anderes Europa als jenes der Banken und Konzerne. Afrin braucht unsere Unterstützung. Werden wir aktiv! Schliessen wir uns zusammen mit der kämpfenden kurdischen Bewegung! Erhöhen wir den Druck der Strasse, auf dass die Schweizerische Regierung ihre profitorientierte Komplizenschaft aufzugeben gezwungen wird!

Biji Berxwedana Afrine – Es lebe der Widerstand in Afrin!
Hoch die internationale Solidarität!

Flugblatt: Defend Afrin

DEFEND AFRIN!

Das fortschrittlichste Projekt im Mittleren Osten wird von Faschisten und Islamisten angegriffen! Seit dem 20. Januar greift der NATO-Staat Türkei die Region Afrin im befreiten Nord-Syrien (Rojava) an. Mit Bomben, Panzern und dschihadistischen Milizen wird just jene Region angegriffen, in welcher hunderttausende Menschen Zuflucht vor den Schrecken des IS und des Syrischen Kriegs gefunden haben, und wo sich in den letzten Jahren ein gesellschaftliches Projekt etablierte, welches auf rätedemokratischer Selbstverwaltung, Solidarität und Emanzipation fusst.

Der Widerstand lebt...
Der Widerstand der Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ, welche den Invasoren bereits hohe Verluste zugefügt haben, und die ungebrochene Moral der zivilen Bevölkerung, welche sich nicht vertreiben lässt, sondern im Gegenteil massenhaft aus den verschiedenen Regionen Rojavas nach Afrin strömt, um ihr Projekt zu verteidigen, führt dazu, dass die zweitgrösste NATO-Armee nur sehr langsam vorankommt.

… doch die Lage ist ernst
Mittlerweile aber steht die türkische Armee und ihre Al-Qaeda-Kampfverbände unmittelbar vor Afrin-Stadt. Über eine halbe Million Menschen sind eingekesselt und ständigen Bombardements ausgeliefert. Der Sturm auf die Stadt steht unmittelbar bevor. Was es bedeutet wenn die türkische Armee eine kurdische Stadt überfällt, weiss man aus südtürkischen Städten wie Nuseybin, Sur oder Şirnak, welche bereits vor zwei Jahren zu grossen Teilen dem Erdboden gleich gemacht worden sind.

Europa ist Kriegspartei
Die Komplizenschaft der russischen, US-amerikanischen und europäischen Regierungen ist klar: Ohne die Öffnung des Luftraumes für die türkischen Bomber, wäre die Türkei niemals in der Lage gewesen zu einer ernsthaften Bedrohung für Afrin zu werden. Die westliche Duldung des  Vernichtungskrieges eines zunehmend faschistisch operierenden türkischen Staates mag auf den ersten Blick überraschen. Zumal er sich gegen genau jene richtet, welche als einzige willens und in der Lage gewesen sind den IS-Mörderbanden Einhalt zu gebieten.

It‘s the economy, stupid
Die Komplizenschaft muss aber angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen der Mächtigen nicht verwundern. Erdogan schafft es geschickt zwischen den Achsen USA-Europa und Russland-Iran zu lavieren und sich damit für beide Blöcke unentbehrlich zu machen. Dazu kommen die handfesten Interessen der Konzerne: Neben den grossen Waffenschmieden Europas, ist auch die Schweiz dick dabei, Novartis, Nestlé, Alstom, ABB, die Banken: Sie alle sind mit Milliarden in der Türkei investiert und haben null Interesse an einem Geschäftsausfall nur wegen ein wenig Krieg und Faschismus. Ganz im Gegenteil erweist sich Krieg nicht nur für die Rüstungsindustrie als wahrer Absatzbooster.

Afrin ist nicht alleine!
Doch es gibt auch ein anderes Europa als jenes der Banken und Konzerne. Afrin braucht unsere Unterstützung. Werden wir aktiv! Schliessen wir uns zusammen mit der kämpfenden kurdischen Bewegung! Erhöhen wir den Druck der Strasse, auf dass die Schweizerische Regierung ihre profitorientierte Komplizenschaft aufzugeben gezwungen wird!

Biji Berxwedana Afrine – Es lebe der Widerstand in Afrin!
Hoch die internationale Solidarität!

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