Protesttag des Gesundheitspersonals!

Am Donnerstag 22.9. findet um 17.30 eine Kundgebung des Gesundheitspersonals auf der Rathausbrücke statt. Damit soll auf die Missstände aufmerksam gemacht werden, die durch stetig voranschreitenden Ökonomisierung der Gesundheit entstehen: Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Spardruck, steigender Stress und schlechtere Pflegequalität sind die Folge davon.

Flugblatt/Interview des Rev. Aufbau Zürich als PDF: hier

Video mit Interviews und Bildern: hier

Streik & Widerstand - statt Pflegenotstand

 

Flugblatt und PDF

Streik und Widerstand statt Pflegenotstand!

Im Rahmen der Krise des Kapitalismus spitzen sich die Angriffe auf das Gesundheitswesen zu: Entlassungen (wie jüngst die 200 Stellen am USZ), Arbeitsintensivierung, Lohndrückerei, Qualitätsverlust bei der Pflege sind die Folgen davon. Immer geht es darum auf Kosten der Angestellte und PatientInnen noch mehr Profit zu schlagen, denn im Kapitalismus zählt nur der Gewinn. In Deutschland ist diese Entwicklung schon weiter vorangeschritten: die Fallkostenpauschalen sind eingeführt, das Pflegepersonal wurde massiv reduziert und mittlerweilen sind 1/3 aller Spitäler privatisiert.

Doch es regt sich Widerstand! Immer mehr Menschen beginnen sich zu wehren, weil sie die Verschärfungen nicht mehr schlucken wollen und weil sie es nicht verantworten können, dass sie nicht mehr genügend Zeit haben um die PatientInnen sicher und angemessen zu pflegen.

Wir habe mit einer Pflegefachfrau gesprochen, die die Situation von innen kennt:

 

Du arbeitest in einem Akutspital. Kannst du uns die Arbeitssituation auf deiner Station schildern?

 

In der Pflege sind wir mit einer rasanten Arbeitsverdichtung konfrontiert. Die Mittagspause gehört schon lange nicht mehr zur Selbstverständlichkeit.Wer ein 100% Pensum bewältigt, wird schon bewundert. Auf der Station wurden kürzlich trotz Personalabbau, Betten aufgestockt. 

Die Spitalleitung besitzt nicht einmal die Courage öffentlich zu kommunizieren, dass die Pflegequalität unter diesen Umständen massiv leidet. Das Leitbild des Spitals verspricht den PatientInnen eine angemessene Pflege, unter der Hand wird man aber angehalten gezielt Abstriche zu machen, weil die Zeit knapp ist. Ich und meine KollegInnen geraten sogar oft in Situationen, in der gefährlich gepflegt wird. 

Unter diesen Voraussetzungen ist ein Burn-out immer öfters Grund für längere Absenzen.

Doch wer Krankheitsausfälle hat, wir kritisch beäugt, in Wiederholungsfällen gibt es dazu ein Gespräch mit dem Gesundheitsmanagement, welches massiven Druck auf die Arbeitnehmer ausübt.

Obendrein noch die Frechheit, dass ich nach der Lohnteilrevision vom Juli 2010, nicht in die nächst höhere Lohnstufe gekommen bin, weil ich als Mutter nur ein 60% Pensum leisten kann. Für eine alleinerziehende Mutter ist das eine Diskriminierung auch im Hinblick, dass der Schichtdienst für alle Pflicht ist, obwohl die Kinderbetreuung dafür in der Stadt Zürich nicht ausreichend vorhanden ist. Ich sage euch, wir laufen schon lange am Limit und mit dem neuen Finanzierungssystem der Fallkostenpauschalen, werden wir den Spagat zwischen Leistung und Qualität definitiv nicht mehr machen können und wollen!!

 

Die Gewerkschaft und der Berufsverband fordern bessere Arbeitsbedingungen, wie kann das erreicht werden?

 

Ich glaube wir müssen klar Position beziehen. Wenn wir für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen wollen, dann müssen wir sagen: Nein zu den Fallkostenpauschalen und Nein zu allen Entlassungen. Ein bisschen flankierende Massnahmen und ein bisschen Abfindung reichen da nicht. Viel mehr muss der Personalbestand massiv ausgebaut werden. 

Wir müssen anfangen uns kollektiv in den Betrieben zu organisieren! 

In dem wir uns bewusst werden, dass die fehlende Qualität nicht mit unserer persönlicher Leistung zusammenhängt, wie es auch oft in Mitarbeitergesprächen gepredigt wird, können wir die verheerende Isolation durchbrechen.

Vor 10 Jahren haben wir gestreikt, demonstriert...verlieren wir keine Zeit, heute wie gestern! Ich denke an die Wirkung eines Schreibstreiks.  Was wenn die Pflegeleistungen nicht mehr erfasst werden? Was für ein Ärger für geldgierige Krankenkassen und Spitäler!

 

 

 

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